Vom 01. bis 03. März 2027 wird in Münster die kommende Jahrestagung der DeGÖB zum Thema „KI in der ökonomischen Bildung“ stattfinden. Künstliche Intelligenz (KI) entwickelt sich als zentraler Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transformationsprozesse. Sie verändert die Organisation von Arbeit und Produktion, die Funktionsweise von Märkten und Unternehmen sowie die Art und Weise, wie ökonomische Entscheidungen getroffen werden. Mit zunehmendem Einsatz KI-basierter Systeme entstehen neue Geschäftsmodelle, Berufsbilder und Qualifikationsanforderungen. Zugleich sind mit diesen Entwicklungen erhebliche Risiken und Herausforderungen verbunden, etwa im Hinblick auf den Schutz personenbezogener Daten, Cyberkriminalität, Arbeitsplatzverlust oder die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen. Diese Entwicklungen werfen Fragen nach einem verantwortungsvollen Umgang mit KI und ihrer gesellschaftlichen Regulierung auf. KI verändert aber nicht nur Wirtschaft und Gesellschaft im Allgemeinen, sondern auch Bildungs- und Lernprozesse im Besonderen. Potenziale liegen in neuen Möglichkeiten der Wissenserschließung, der individuellen Lernunterstützung und der Gestaltung adaptiver Lernumgebungen. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen (z. B. hinsichtlich der Qualität und Verlässlichkeit von Informationen, der Entwicklung eigenständiger Urteils- und Handlungskompetenzen oder der Bewertung von Lernleistungen). Insbesondere stellt sich die Frage, wie KI lernförderlich eingesetzt werden kann, ohne eigenständige Denk-, Reflexions- und Lernprozesse zu beeinträchtigen oder bestehende Bildungsungleichheiten zu verstärken. Für die ökonomische Bildung ergibt sich daraus ein Handlungsbedarf auf zwei Ebenen: Zum einen müssen Lernende befähigt werden, KI als Gegenstand wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen verstehen und ihre Chancen und Risiken kritisch zu reflektieren zu können. Dabei geht es sowohl um neue fachliche Inhalte als auch um die Weiterentwicklung ökonomischer Kompetenzen, Konzepte und curricularer Schwerpunktsetzungen. Zum anderen muss KI als Methode und Medium für die Gestaltung ökonomischer Lehr-Lern-Prozesse didaktisch erschlossen und hinsichtlich ihrer Potenziale und Grenzen reflektiert werden. Generative KI, intelligente Tutorensysteme und adaptive Lernumgebungen können Lernende bei der Erarbeitung wirtschaftlicher Zusammen-hänge unterstützen, individualisierte Lernwege ermöglichen und neue Formen der Simulation, Diagnose und Rückmeldung erschließen. Ihr Einsatz wirft jedoch auch Fragen nach der Qualität von Lernprozessen, der fachlichen Verlässlichkeit, der Förderung eigenständigen Denkens, der Rolle von Lehrkräften sowie nach Bildungsgerechtigkeit und verantwortlicher Nutzung auf. Die DeGÖB-Jahrestagung 2027 nimmt daher KI in der ökonomischen Bildung in einer doppelten Perspektive in den Blick: als Gegenstand ökonomischen Lernens und als Methode beziehungsweise Medium seiner Gestaltung. Ziel ist es, theoretische, konzeptionelle, empirische und praxisbezogene Zugänge zusammenzuführen und Chancen, Grenzen und Gestaltungsanforderungen für eine zukunftsorientierte ökonomische Bildung zu diskutieren.
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