Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

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Resolution Bayern

Resolution der Fachdidaktiker für Arbeitslehre an den bayerischen Universitäten

Bei der Arbeitstagung der bayerischen Arbeitslehre-Didaktiker am 13.02.2001 in Bamberg wurde folgende Resolution einstimmig verabschiedet:

  1. Die Fachdidaktiker für Arbeitslehre befürworten mit Nachdruck die von allen Parteien vorgeschlagene Verankerung eines Betriebs-/Wirtschaftspraktikums für alle Lehrämter in der LPO I. Hierfür sind jedoch eine entsprechende Stärkung der zuständigen Fachdidaktiken an den Universitäten strukturell und personell sowie eine quantitative Ausweitung der fachdidaktischen Studien in der Lehrerausbildung nötig.
  2. Für das profilbildende Fach der Hauptschule (Arbeitslehre) wird die Einführung einer C4-Stelle in der Fachdidaktik angemahnt. Bisher besteht in Bayern kein einziger Lehrstuhl für die Didaktik der Arbeitslehre. Damit fehlen für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs die entsprechenden Rahmenbedingungen.
  3. Auch Grundschullehrer sollten elementare Kenntnisse über die Arbeits- und Wirtschaftswelt besitzen. Eine Verankerung der Arbeitslehre im Fächerkanon des Lehramtes für die Grundschule ist überfällig, zumal im Lehrplan des Heimat- und Sachunterrichts arbeitslehreaffine Bildungsinhalte zu vermitteln sind.
  4. Eine Kontinuität der Arbeitslehre von der Grundschule über die 5./6. Jahrgangsstufe bis zum Hauptschulabschluss in der Stundentafel soll der verbesserten Vorbereitung der Schüler auf das Beschäftigungssystem Rechnung tragen. Die arbeitsorientierte Grundbildung in 5/6 sollte mit der in Aussicht gestellten Ausweitung der Stundentafel ab 2004 realisiert werden.
  5. Im Rahmen der Lehrerbildung ist eine Intensivierung des Arbeitslehrebereichs für das Bildungsprofil der Hauptschule anzustreben über:
    • 4 SWS Arbeits-/Berufskunde als Arbeitslehre-"Pflichtmodul" für alle Studierenden des Lehramtes Hauptschule,
    • verpflichtende Betriebserkundungen (Sonderveranstaltungsschein),
    • Erweiterung der Didaktik-Studienanteile auf 15 SWS,
    • Kooperationsseminare mit der II. Phase.
Damit würde der Arbeitslehre-Lehrer als Motor der Hauptschulentwicklung qualifiziert.

Die Forderung der Wirtschaft nach mehr ökonomischer und technischer Bildung wird von den Arbeitslehre-Didaktikern unterstützt und mit dieser Resolution konkretisiert.

gez. Dr. Andreas Gmelch
Universität Bamberg


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Letzte Änderung am 18.01.2011


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