Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Forderungen zur ökonomischen Bildung an allgemein bildenden Schulen

  • Ökonomische Bildung muss als integraler Bestandteil von Allgemeinbildung anerkannt werden - und zwar nicht nur in Sonntagsreden, sondern auch in der Realität der Schulpraxis.
  • Ökonomische Bildung muss Unterrichtsgegenstand für alle Schüler und Schülerinnen aller Schularten in den Sekundarstufen I und II sein, und zwar auch im Gymnasium.
  • Wirtschaftliche Sachverhalte werden in vielen Fächern angesprochen. Fächerübergreifende Vernetzungen sind ein wesentliches Merkmal wirtschaftlichen Geschehens. Aber Wirtschaftsunterricht muss (auch) ein eigenständiges Kernfach im Curriculum der Schularten sein. Nur so ist gewährleistet, dass eine konsistente Grundlegung erfolgt, an der die fächerübergreifenden Verknüpfungen ansetzen können.
  • Ökonomische Bildung darf nicht elementarisierte Volks- oder Betriebswirtschaftslehre sein. Bildungsziele und -inhalte sind nach didaktischen Kategorien auszuwählen und zu begründen. Ökonomische Bildung umfasst auch Berufsorientierung und didaktisch geleitete Einführung in Arbeitswelt und Beruf durch Betriebserkundungen und Betriebspraktika.
  • Ökonomische Bildung benötigt qualifiziert ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Das erfordert nicht nur eine angemessene fachwissenschaftliche Fundierung im Studium, sondern auch die Verschränkung von Fachwissenschaft und Fachdidaktik in einem auf ökonomische Bildung zielenden Studienkonzept. Nebeneinanderstudieren von Fachwissenschaft bei den Wirtschaftswissenschaftlern und Pädagogik in der Philosophischen Fakultät befördert nicht das Verständnis für ökonomische Bildung. Notwendig sind Lehrstühle und Studienarrangements, die Fachwissenschaft und Fachdidaktik zusammenführen.
  • Ausgebildete Wirtschaftslehrer müssen auch in der Schule zum Einsatz kommen. Wie in kaum einem anderen Fach wird Wirtschaftsunterricht zu einem hohen Anteil von fachfremden Lehrkräften unterrichtet. Gewiss, fachfremde Lehrer haben sich häufig engagiert und kompetent eingearbeitet, und ein Fachstudium garantiert noch lange nicht "guten" Unterricht. Aber was für andere Fächer selbstverständlich ist, dass nämlich Fremdsprachen oder Mathematik grundsätzlich von entsprechend ausgebildeten Lehrkräften unterrichtet werden, gilt für Wirtschaftsunterricht scheinbar nicht. WirtschaftslehrerInnen müssen bevorzugt in den Schuldienst eingestellt werden. Um als Unterrichtsfach akzeptiert zu werden, bedarf es einer soliden fachlichen Basis.

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Letzte Änderung am 01.02.2011


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