Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Tagungsband 1999

Deutsche Gesellschaft für ökonomische Bildung

Die Marktwirtschaft an der Schwelle zum 21. Jahrhundert - Neue Aufgaben für die ökonomische Bildung?

Hrsg. Gerd-Jan Krol und Klaus-Peter Kruber

Prof. Dr. Dietmar Krafft, dem Gründungsvorsitzenden der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung,
zur Vollendung des 65. Lebensjahres gewidmet.

Mit Beiträgen von Horst Friedrich, Ingrid Jäntsch und Bernd O. Weitz, Franz-Josef Kaiser und Astrid Biermann, Dietmar Kahsnitz, Hans Kaminski, Jan Karpe und Gerd-Jan Krol, Klaus Peter Kruber, Andreas Liening, Thomas Retzmann, Hans Jürgen Schlösser, Alfons Schmid, Heiko Steffens, Birgit Weber

Bergisch Gladbach 1999

Inhaltsverzeichnis

Vorwort VII
Klaus-Peter Kruber Fachdidaktische Forschung und Lehre - der Schlüssel zur ökonomischen Bildung 1
Jan Karpe und Gerd-Jan Krol Funktionsbedingungen moderner Gesellschaften und Neue Institutionenökonomik als Herausforderungen für die ökonomische Bildung 21
Hans Jürgen Schlösser Risiko, Risikoverarbeitung und Risikoperzeption 49
Thomas Retzmann Vom Systemvergleich zum Standortvergleich. Hypothesen über den Wandel der Lernchancen in der ökonomischen Bildung 67
Horst Friedrich Neue arbeitsmarktpolitische Instrumente zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit 93
Alfons Schmid Beschäftigungs- und Arbeitsmarktprobleme 111
Heiko Steffens Herausforderungen für die Verbraucherpolitik an der Schwelle zum 21. Jahrhundert 133
Dietmar Kahsnitz Effizienzsteigerung des allgemein bildenden Schulsystems durch markt- und privatwirtschaftliche Steuerungsmechanismen? - Konjunkturen der Bildungsökonomie - 155
Hans Kaminski Ökonomische Bildung im Gymnasium 183
Franz-Josef Kaiser
und Astrid Biermann
Berufsbildung zwischen Staat und Markt 209
Andreas Liening Didaktische Innovationen - Neue Ansätze zur Entwicklung computergestützter ökonomischer Planspiele 213
Birgit Weber Sustainable Development als Herausforderung für die Bildung 261
Ingrid Jäntsch und Bernd O. Weitz Vorbereitung auf die Marktwirtschaft: Lehrplanentwicklung in Sachsen-Anhalt 283
Autoren 299

Vorwort

An der Schwelle des 21. Jahrhunderts stehen die Wirtschaftsgesellschaften vor einer Reihe von Problemen: neuen, die wir noch nicht kennen, und solchen, die wir mit in das neue Jahrhundert nehmen.
An die Stelle des Wettbewerbs der Wirtschaftssysteme, der viele Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts beherrscht hat, tritt im Zeitalter der Globalisierung der Wettbewerb der Standorte. Mit diesem Wettbewerb zwischen verschiedenen Ausprägungen marktwirtschaftlicher Ordnungen stehen auch einzelne, die jeweilige Wirtschaftsordnung prägende Elemente beispielsweise aus der Sozialpolitik, der Steuerpolitik, der Stabilitätspolitik, der Umwelt- und Verbraucherpolitik u.a. auf dem Prüfstand.
Ein Prüfstein, an dem sich unterschiedliche wirtschaftspolitische Konzepte im internationalen Vergleich messen lassen müssen, ist die Bewältigung der in den neunziger Jahren so drängend gewordenen Arbeitsmarkt- und Beschäftigungsprobleme. Eng damit verbunden ist die Notwendigkeit, das Bildungs- und Ausbildungssystem mit Blick auf die Erfordernisse der global verbundenen Informations- und Kommunikationsgesellschaft weiter zu entwickeln. Auch hierbei konkurrieren unterschiedliche Konzepte zwischen "mehr Staat" oder "mehr Markt". Wirtschaften heißt, in die Zukunft gerichtete, also notwendigerweise riskante, Entscheidungen treffen. Das bedeutet für Unternehmer, Arbeitnehmer, Sparer und Wirtschaftspolitiker: sie müssen Risiken wahrnehmen und mit ihnen umgehen lernen. Sich auf Märkten unter Risiko entscheiden müssen auch die Konsumenten. Sie benötigen Informationen als Entscheidungshilfen und häufig auch Unterstützung - eine stets neue Herausforderung für eine Verbraucherpolitik zwischen Verbraucherschutz und Hilfe zur Selbsthilfe. Umweltprobleme, die in zunehmendem Maße die Handlungsmöglichkeiten nationaler Staaten überschreiten, und wirtschaftliche Entwicklungsprobleme zwischen Nord und Süd werden im 21. Jahrhundert höchste Anforderungen an internationale Kooperationsfähigkeit stellen, wenn Wohlstand und Frieden auch für nachwachsende Generationen nachhaltig gesichert werden sollen.
Die Auseinandersetzung mit diesen - und vielen weiteren - Problemen unserer Gesellschaft erfordert neben anderem eine tragfähige ökonomische Bildung, um Heranwachsenden Orientierung zu ermöglichen und sie zur Mitgestaltung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und politischen Umwelt zu befähigen.
Fachdidaktische Theorie und Lehre bemüht sich, unter Berücksichtigung neuer Entwicklungen in den Bezugswissenschaften (dazu gehört v.a. der Ansatz der Neuen Institutionenökonomie in der Wirtschaftswissenschaft), und unter Nutzung und Fortentwicklung von didaktischen Innovationen (z.B. Simulationen auf der Basis der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien) Konzepte ökonomischer Bildung für die verschiedenen Schularten zu entwickeln und in Curricula umzusetzen.

Der vorliegende Band enthält Aufsätze zu diesem Problemstellungen. Er fasst Beiträge zur Tagung der "Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung" in Münster am 04. und 05. März 1999 und weitere Aufsätze zusammen, die sich mit Herausforderungen an Wirtschaftspolitik und ökonomische Bildung an der Schwelle des neuen Jahrhunderts befassen. Die Autoren stellen ihre sich notwendigerweise nur auf einzelne der genannten Aspekte konzentrierenden Überlegungen zur Diskussion in der Hoffnung, damit Anregungen und Anstöße für Theorie und Praxis ökonomischer Bildung zu geben.

Gerd-Jan Krol und Klaus-Peter Kruber


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Letzte Änderung am 20.08.2012


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