Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Tagungsband 1998

Deutsche Gesellschaft für ökonomische Bildung

Europa - Herausforderung für die ökonomische Bildung

Hrsg. Klaus-Peter Kruber

Mit Beiträgen von Günther Ashauer, Astrid Biermann, Manfred Hübner, Franz-Josef Kaiser, Hans Kaminski, Jan Karpe, Dietmar Krafft, Klaus-Peter Kruber, Andreas Liening, Hans Jürgen Schlösser, Sigrid Schöpper-Grabe, Birgit Weber, Reinhold Weiß, Bernd O. Weitz und David J. Whitehead

Bergisch Gladbach 1998

Inhaltsverzeichnis

Vorwort VII
Günther Ashauer Einführung: Von Europa lernen, für Europa lernen 1
Dietmar Krafft Der Euro - Pro und Contra 17
Klaus-Peter Kruber Die Europäische Zentralbank - Hüterin des Geldwerts im Euroland 37
Birgit Weber Die soziale Dimension Europas: Harmonisierung oder Wettbewerb? 57
Hans Jürgen Schlösser Die Erweiterung der Europäischen Union. Ein Plädoyer für evolutorische Strategien und den Wettbewerb der Systeme 85
Jan Karpe Zur Integration ökonomischen Wissens in eine europäische Umweltbildung 107
Franz-Josef Kaiser,
Astrid Biermann
Die Herausforderungen an das duale Ausbildungssystem in Deutschland vor dem Hintergrund der europäischen Bildungspolitik 137
Andreas Liening Innovationen wagen - Neue Wege der ökonomischen Hochschulbildung im Zeichen von Europa 161
Reinhold Weiß,
Sigrid Schöpper-Grabe
Fremdsprachen und interkulturelle Kompetenz: Betrieblich Bildung im Zeichen der Globalisierung 177
David J. Whitehead Research in Economics and Business Education in the United Kingdom and the USA 195
Hans Kaminski, Manfred Hübner Situation und Entwicklung der ökonomischen Bildung in Russland 211
Bernd O. Weitz Das Thema Europa in fachdidaktischen Zeitschriften und Schulbüchern 239
Autoren 249
Teilnehmer der Tagung in Bonn am 12. und 13. März 1998 251

Vorwort

1998 ist das Jahr europapolitischer Entscheidungen. Über die Währungsunion und den Euro, worüber lange in der Öffentlichkeit wenig diskutiert wurde, wird nun mit heftiger Emotionalität gestritten. Bezüglich der Erweiterung der EU nach Osten fallen wichtige Entscheidungen, und über die "Vertiefung" der Gemeinschaft (institutionelle Reformen, gemeinsame Außenpolitik) wird vor dem Hintergrund neuer Krisen auf dem Balkan nachgedacht. Wissensdefizite, Unsicherheit, Vorurteile bei den Bürgern und in der öffentlichen Debatte machen Versäumnisse in der Öffentlichkeitsarbeit von Politikern und Medien, aber auch Defizite der ökonomischen und politischen Bildung in den Schulen der europäischen Länder deutlich. Die Schüler von heute werden im Euro-Land aufwachsen als Konsumenten, Berufstätige und als Bürger, die europäische Wirtschaftspolitik kritisch beurteilen sollen. Der Euro-Markt eröffnet den Verbrauchern neue Möglichkeiten. In der Währungsunion werden sich die Arbeitsmärkte weiter europäisieren mit bedeutenden Konsequenzen für berufliche Qualifikations-, Flexibilitäts- und Mobilitätsanforderungen und einschneidenden Veränderungen der sozialen Rahmenbedingungen. Umweltpolitik ist zunehmend international. Im gemeinsamen Europa ergeben sich Chancen und Risiken, die heute noch kaum abzusehen sind. Die Währungsunion wird Europas Stellung im Prozess der Globalisierung stärken, und sie wird weiterreichende politische Integrationsschritte erzwingen. Nachdenken über neue Formen und Stufen der politischen und wirtschaftlichen Integration wird auch erforderlich durch die beschlossene Erweiterung der EU um osteuropäische Staaten.

Mit diesen Entwicklungen und den daraus sich ergebenden Folgerungen für die ökonomische Bildung befasste sich die Tagung der Deutschen Gesellschaft für ökonomische Bildung (DeGöB) in der Deutschen Sparkassenakademie in Bonn am 12. und 13. März 1998. Zugleich feierte die Vereinigung ihr 20jähriges Bestehen als Bundesfachgruppe (seit 1995: Deutsche Gesellschaft) für ökonomische Bildung am Ort ihrer Gründung. 1978 schlossen sich die in den 70er Jahren auf die neuen Professuren für Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik, Wirtschafts- und Arbeitslehre usw. berufenen Kollegen zum Erfahrungsaustausch, zur Abstimmung ihrer Arbeiten an Studienordnungen und Lehrplänen und zur Interessenvertretung der ökonomischen Bildung gegenüber Ministerien und Öffentlichkeit zusammen. Aus der Zusammenarbeit in diesem Kreis sind zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, Unterrichtsmaterialien, konzeptionelle Beiträge zu Lehrplänen und Memoranden zur ökonomischen Bildung (letztere zusammen mit Verbänden der Wirtschaft und Gewerkschaften) hervorgegangen.
Schwerpunkt des Austauschs in der DeGöB war neben den wissenschaftlichen Fachgesprächen immer die Verbesserung der Lehrerbildung. Leider müssen gerade in diesem Bereich eher Rückschläge statt Fortschritte verzeichnet werden. So ist z.B. bisher nicht erreicht worden, dass in den neuen Bundesländern (abgesehen von Halle) Lehrstühle für ökonomische Bildung eingerichtet wurden. Generell entspricht der Stellenwert ökonomischer Bildung nicht den Erfordernissen in unserer immer mehr von der Wirtschaft geprägten Gesellschaft.
Die Wirtschaft, der Gegenstand didaktischer Reflexionen in der DeGöB, europäisiert und globalisiert sich in zunehmendem Maße. Der Blick richtet sich daher immer mehr über die Grenzen, und wirtschaftsdidaktische Überlegungen müssen berücksichtigen, dass wir "für Europa lernen", aber auch viel "von Europa lernen" können (so der Titel des einleitenden Vortrags der DeGöB-Tagung in Bonn). Die im vorliegenden Band veröffentlichten Referate und weiteren Beiträge sollen zu dieser Orientierung wirtschaftspolitischer und wirtschaftsdidaktischer Überlegungen beitragen.

Klaus-Peter Kruber

Die Veröffentlichung des vorliegenden Bandes wird finanziell unterstützt durch die WISSENSCHAFTSFöRDERUNG DER SPARKASSENORGANISATION.

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Letzte Änderung am 20.08.2012


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