Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Tagungsband 1997

Deutsche Gesellschaft für ökonomische Bildung

Konzeptionelle Ansätze ökonomischer Bildung

Hrsg. Klaus-Peter Kruber

Mit Beiträgen von Karl-Heinz Breier, Hans Kaminski, Jan Karpe, Klaus Kiepe, Gerd-Jan Krol, Klaus-Peter Kruber, Georg Hans Neuweg, Hans-Jürgen Schlösser, Gerd Schweizer, Günther Seeber, Bodo Steinmann, Peter Weinbrenner und Bernd O. Weitz

Bergisch Gladbach 1997

Inhaltsverzeichnis

Vorwort VII
Bodo Steinmann Das Konzept 'Qualifizierung für Lebenssituationen' im Rahmen der ökonomischen Bildung heute 1
Bernd O. Weitz Innovationspotentiale für die Gegenstandsbestimmung und Gestaltung von ökonomischer Bildung 23
Gerd Schweizer Zur Frage des didaktischen Zentrums in ökonomischen Bildungskonzepten 37
Klaus-Peter Kruber Stoffstrukturen und didaktische Kategorien zur Gegenstandsbestimmung ökonomischer Bildung 55
Jan Karpe /
Gerd-Jan Krol
Ökonomische Verhaltenstheorie, Theorie der Institutionen und ökonomische Bildung 75
Georg Hans Neuweg Wirtschaftspädagogik und "ökonomische Verhaltenstheorie" 103
Hans Kaminski Neue Institutionenökonomik und ökonomische Bildung 129
Karl-Heinz Breier Bürgersinn und Ordnungsrahmen. Überlegungen zur individualethischen Verankerung von Ordnungsethik 161
Günther Seeber Moderne Sozioökonomie als Herausforderung für die ökonomische Bildung 187
Hans Jürgen Schlösser Sozialkapital: Eine Erweiterung des Kapitalbegriffs und ihre Bedeutung für die Wirtschaftswissenschaft und ihre Didaktik 211
Peter Weinbrenner Plädoyer für eine "zukunftsfähige" ökonomische Bildung 225
Klaus Kiepe Erwartungen der Wirtschaft an die allgemein bildenden Schulen 263
Autoren 279

Vorwort

Die Gegenstandsbestimmung ökonomischer Bildung scheint recht einfach zu sein. Betrachten wir den Alltag der uns umgebenden Lebenswelt, so erkennen wir zahlreiche wirtschaftliche Probleme, die vom mündigen Bürger verstanden und mitgestaltet werden sollten. Und die Wirtschaftswissenschaft stellt theoretische Erklärungsansätze zur Verfügung, die helfen, Zusammenhänge zu verstehen und "Falsches" zu vermeiden.
Leider trügt dieser erste Eindruck. Weder das Aufgreifen einzelner Probleme aus der unstrukturierten Vielfalt realer Lebenssituationen, noch die Anlehnung an die Fachwissenschaft reichen aus, ökonomisch bildende Unterrichtsgegenstände zu identifizieren und zu begründen. Ökonomische Bildung ist - zumindest soweit sie als organisierter Lernprozess an Jugendliche herangetragen wird - Teil von Erziehung. Und wo jemand erzieht gibt es auch ein Ziel. Jedenfalls sollten in Bildungsprozessen die Leitziele begründet und offengelegt werden. Bildungskonzepten liegt stets ein - im Idealfall empirisch gesichertes - Bild des Menschen, seiner Motive und Verhaltensweisen in der Gesellschaft zugrunde und eine Vorstellung darüber, welche Erkenntnisse, Einsichten, Einstellungen und Verhaltensweisen der "gebildete" Mensch aufweisen sollte.
Das Aufkommen neuer Problemstellungen, die enge Verbindung von Chancen und Risiken und die Komplexität von Ursachen und Wirkungen im wirtschaftlichen Wandel machen es erforderlich, immer wieder neu über Gegenstände und inhaltliche Schwerpunkte ökonomischer Bildung nachzudenken. Anstöße kommen auch von neuen theoretischen Ansätzen in den wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Bezugsdisziplinen, die fachdidaktischen Diskussionen neue Impulse geben. Andererseits machen gerade der rasche Wechsel der jeweils aktuellen "Herausforderungen" und die damit verbundene Gefahr der Anhäufung veralteten Wissens es notwendig, nach grundlegenden Prinzipien und übergreifenden Kategorien ökonomischer Bildung zu forschen.
In Konzepten ökonomischer Bildung geht es neben Orientierungswissen stets auch um Urteilsfähigkeit. Damit werden ethische Normen, die das Verhalten des einzelnen leiten, angesprochen - aber auch die Frage, ob und wie ethische Normen in wirtschaftspolitischen Entscheidungen zur Geltung gebracht werden können.
Mit diesen Fragen befasste sich die Tagung der DEUTSCHEN GESELLSCHAFT FÜR ÖKONOMISCHE BILDUNG in Halle im März 1997. Die dort diskutierten Referate und weitere Beiträge von Wirtschaftsdidaktikern werden in diesem Band vorgestellt.

Klaus-Peter Kruber
Vorsitzender


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Letzte Änderung am 20.08.2012


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