Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

Tagungsband 1993

Bundesfachgruppe für ökonomische Bildung

Handlungsorientierung und ökonomische Bildung

Hrsg. Hans Jürgen Albers

Mit Beiträgen von Hans-Jürgen Albers, Horst Friedrich, Georg Groth, Bernd Henning, Dietmar Kashnitz, Klaus-Peter Kruber, Andreas Liening, Angelika Schauenberg, Hans Jürgen Schlösser, Bruno Schurer, Bodo Steinmann und Peter Weinbrenner

Bergisch Gladbach 1995

Inhaltsverzeichnis

Vorwort VII
Hans-Jürgen Albers Handlungsorientierung und ökonomische Bildung 1
Bruno Schurer Von der Handlungstheorie zur Lerntheorie und zur Didaktik. Einige Anmerkungen zur Kritik des handlungstheoretischen Ansatzes in Pädagogik und Didaktik ökonomischer Bildung 23
Dietmar Kashnitz Handlungsorientierter Unterricht - Lernen oder action? 49
Georg Groth Techno-ökonomische Kreativität - Möglichkeiten und Grenzen der Aufarbeitung von Erfahrungen im Unterricht 75
Klaus-Peter Kruber Wirtschaftspolitisches Denken lernen an und in Modellen 93
Peter Weinbrenner Welche Methoden fördern einen handlungsorientierten Unterricht? Vorschläge und Beispiele für die wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Unterrichtsfächer 117
Horst Friedrich/
Angelika Schauenberg
Berufsorientierung als Handlungsorientierung. Das Projekt "Student und Arbeitswelt" an der Universität zu Köln 135
Bodo Steinmann Handlungsorientierte Methoden als unverzichtbares Element ökonomischer Bildung 151
Bernd Henning Die Planspielmethode im Rahmen handlungsorientierter ökonomischer Bildung - dargestellt anhand des Planspiels "Trilateraler Nationalpark Donau-Auen contra Bau eines Kernkraftwerks 169
Hans Jürgen Schlösser Modelltheoretische Aspekte von Computersimulationen im handlungsorientierten Unterricht 197
Andreas Liening Grundlagen Wissensbasierter Tutorieller Systeme 213
Autoren 231

Vorwort

Handlungsorientierung ist in den vergangenen Jahren zu einem viel benutzten Terminus in der Erziehungswissenschaft und in den Fachdidaktiken geworden. Es entsteht der Eindruck, dass sich mit dem Begriff zum einen etwas ganz Neues und zum anderen so etwas wie eine Zauberformel für fortschrittliches Lehren und Lernen verbindet.

Ersteres ließe sich leicht anhand der einschlägigen Literatur widerlegen. Nicht erst seit der Arbeitsschulbewegung ist auf Handeln gerichtetes und durch Handeln geprägtes Lernen Gegenstand sowohl der allgemeinen Erziehungswissenschaft als auch der Berufs- und Wirtschaftspädagogik. Die im Handlungskonzept angestrebte Ganzheitlichkeit des Lernens findet ihre bis heute bevorzugt zitierte Quelle im Kopf-Herz-Hand-Paradigma von Johann Heinrich Pestalozzi (1746-1827).

Dies korrespondiert mit anderen Grenzaufweichungen, zum Beispiel dem Phänomen, dass sich die fortgeschrittenen Volkswirtschaften der Zukunft, also die "Wissenswirtschaften", kaum noch zweckmäßig mit der alten Drei-Sektoren-Einteilung beschreiben lassen, bedenkt man allein die Annäherung der Arbeitswelten in Industrie- und Dienstleistungssektor mit der Entstehung neuer Grenzbereichsberufe als Folge. Neue Strukturen bilden sich allerorten heraus, zeichnen sich zunächst nur undeutlich ab und erfordern neue Erklärungen, Systematisierungen und theoretische Zugriffsweisen.
Mit ihrem Tagungsthema des Jahres 2000, "Berufsorientierung und Arbeitsmarkt", stellt sich die Deutsche Gesellschaft für ökonomische Bildung diesen Herausforderungen auf ihre spezifische, wirtschafts- und fachdidaktikwissenschaftliche Weise.

Die Frage nach den Wirkungen handlungsorientierten Lernens ist weniger eindeutig zu beantworten. In der Literatur überwiegen eindeutig die positiven Aussagen; es finden sich jedoch auch skeptische und ambivalente Stellungnahmen.

Ein Grund der mangelnden Eindeutigkeit dürfte in der relativen Unverbindlichkeit vieler Aussagen zur Handlungsorientierung liegen. Auf der wissenschaftstheoretischen Ebene wird vielfach mangelnde Genauigkeit der Aussagen zu Gegenstand und Umfang beklagt. Auf der fachdidaktischen Ebene sind mangelnde Konkretisierung und Ausgestaltung dieses Unterrichtskonzepts festzustellen.

Vermutetes Potential auf der einen und unbefriedigende Realität auf der anderen Seite haben dazu geführt, dass sich Mitglieder der BUNDESFACHGRUPPE FÜR ÖKONOMISCHE BILDUNG in zahlreichen Veröffentlichungen mit der Thematik auseinandergesetzt haben. Entwicklung und aktueller Stand des Konzepts handlungsorientierten Lernens wurden auf einer Tagung der Bundesfachgruppe am 25. und 26. März 1993 in Vlotho an der Weser zusammengefasst und diskutiert. Aus den Referaten dieser Tagung ist der vorliegende Band entstanden.

BUNDESFACHGRUPPE FÜR ÖKONOMISCHE BILDUNG
Prof. Dr. Hans-Jürgen Albers
Vorsitzender


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Letzte Änderung am 18.01.2011


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