Deutsche Gesellschaft für Ökonomische Bildung

07/17/18

JAHRESTAGUNG 2018

Ökonomische Bildung und Freiheit

Freiburg 26.-28.02.2018

Freiheit ist der Urgrund des wirtschaftlichen Handelns, das ist die Kernbotschaft der Freiburger Schule. Nur wer frei ist, kann selbständig handeln. Doch nur wer frei zum Handeln ist, kann von seinem Wissen Gebrauch machen. Nur wer frei zum Handeln ist, benötigt auch eigenes Wissen, das sein Verhalten zum zielgerichteten Handeln werden lässt und dies nicht bloß im ökonomischen Sinne.

So deutet vor dem genius loci, den die ordoliberale Ökonomik geprägt hat, sich ein Bündel von Fragen aus. Erstens ist zu klären, wie ‚Freiheit‘ als Thema in den wirtschaftlichen Unterrichts zu integrieren ist, welche curriculare Einbettung ist nötig, wie das Thema Freiheit unterrichtlich anzusprechen. Ökonomie und gesellschaftlicher Fortschritt, Ordnung und Freiheit bilden nach den Freiburger Ökonomen ein komplexes Interaktionsgefüge, das zugleich eine Lernchance wie auch eine besondere Herausforderung an die didaktische Reduktion darstellt. Wie also kann die unterrichtliche Behandlung dem Verständnis dieser vielfältigen Zusammenhänge dienen und ökonomische Bildsamkeit entfalten? Zweitens sind die Möglichkeiten freien Handelns über ihre Grenzen zu bestimmen. Drittens ist in aller Allgemeinheit zu fragen, wie ökonomische Bildung jungen Menschen helfen kann, sich durch eigene Leistung von Zwängen zu befreien.

JAHRESTAGUNG 2017

Kontexte

Flensburg 01.-03.03.2017

Ein Großteil wirtschaftsdidaktischer Forschung geht Fragen nach den Zielen, Inhalten, Voraussetzungen, Rahmenbedingungen, Methoden und Wirkungen des Wirtschaftsunterrichts nach. Gleichwohl erfasst dies nur einen Teil des Erwerbs Ökonomischer Bildung. So kann Lernen nicht nur gezielt und absichtlich, sondern auch zufällig und ggf. unbemerkt erfolgen, etwa wenn im Rahmen anderer Unterrichtsfächer ökonomische Themen nebenbei erörtert werden. Beispiele hierfür wären Texte im Deutschunterricht oder Popsongs im Musikunterricht mit wirtschaftlichen Inhalten genauso wie fachübergreifende Fragestellungen mit einer ökonomischen Komponente.

Vor dem Hintergrund sowohl der nach wie vor unzureichenden Verortung Ökonomischer Bildung im allgemeinbildenden Schulsystem Deutschlands als auch der Notwendigkeit lebenslangen Lernens ist der informelle Erwerb Ökonomischer Bildung außerhalb der Schule von Bedeutung. Dies kann beispielsweise mittels Büchern, Zeitungen, Spielen oder durch Konfrontation mit ökonomisch geprägten Lebenssituationen wie Einkaufen, Arbeiten, Verkaufen auf Flohmärkten oder Medienkonsum erfolgen.

JAHRESTAGUNG 2016

Perspektiven

Hildesheim 24.-26.02.2016

Die Vorstellung, was unter Ökonomischer Bildung zu verstehen ist, hat Konsequenzen sowohl für Inhalte, Perspektiven und Gestaltung entsprechender Lehr-Lernprozesse als auch für ihre curriculare Verortung. Zwar ist die Bedeutung Ökonomischer Bildung im Hinblick auf ihren allgemeinbildenden Wert weitgehend unumstritten. Kontrovers werden hingegen die konkrete Fachkonstruktion (eigenständiges Fach vs. Kombinationsfächer), ihr zeitlicher Stellenwert in knappen Stundentafeln, ihre Inhalte oder auch die im Fachunterricht anzustrebenden Kompetenzen diskutiert. Neben diesen Fragen widmete sich die Tagung auch der Erörterung unterschiedlicher Konzepte Ökonomischer Bildung und ihrem Verhältnis zu Werten und Diversität. Ferner wurden Erkenntnis- und Unterrichtsmethoden einer kritischen Analyse unterzogen. Ein weiterer Schwerpunkt lag in der Untersuchung des Verhältnisses zu anderen Disziplinen wie Religion, Geschichte oder Mathematik, wodurch Ansätze zur interdisziplinären Kooperation auf Forschungs- und auf Unterrichtsebene identifiziert werden konnten.

JAHRESTAGUNG 2015

Theorie-Praxis-Verhältnis

Wien 24.-27.02.2015

Die Wirtschaftsdidaktik setzt sich insbesondere mit dem Unterrichtsfach und dessen Bildungsgehalt, den Zielen und Inhalten, den Lehr-Lernprozessen und deren Ergebnissen sowie mit Merkmalen von Lehrkräften und Lernenden auseinander. Dieses Spektrum zeigt den klaren Bezug fachdidaktischer Forschung zum Praxisfeld auf. So ist auch der Fokus fachdidaktischer Forschung weniger selbstreferentiell, sondern bezieht sich in erheblichem Maße auf die Unterrichtswirklichkeit, aus der sie Fragestellungen generiert und deren Optimierung im weitesten Sinne der Bezugspunkt ihrer Arbeit ist.

Gleichwohl wird die Distanz zwischen Wissenschaft und Praxis häufig kritisiert: Fachdidaktische Erkenntnisse seien zu praxisfern, praktisches Unterrichtshandeln zu wenig reflektiert und kaum theoriebezogen. Tatsächlich ist ein unverbundenes Nebeneinander von wissenschaftlicher Fachdidaktik und Unterrichtspraxis kaum wünschenswert, da so die naheliegenden Möglichkeiten zur gegenseitigen Befruchtung nicht genutzt würden.

Ein Schwerpunkt der Tagung lag in der Analyse möglicher Ursachen des Theorie-Praxis-Problems in der Ökonomischen Bildung und der Identifikation möglicher Lösungsansätze.

JAHRESTAGUNG 2014

Kognitive Aktivierung

Oldenburg 03.-06.03.2014

Kognitiv aktivierender Unterricht soll Lernende zum vertieften Nachdenken und zur Vernetzung mit ihrem Vorwissen anregen. Die Auseinandersetzung mit kognitiver Aktivierung ist gerade für die fachdidaktische Forschung von Bedeutung, da sie sich im Gegensatz zu anderen Merkmalen von Unterrichtsqualität wie Klassenführung oder unterstützendem Sozialklima durch eine klare Domänenspezifik auszeichnet.

Im Rahmen der Jahrestagung 2014 wurden zahlreiche Aspekte der kognitiven Aktivierung aus wirtschaftsdidaktischer Perspektive beleuchtet. Mehrere Beiträge widmeten sich der Präzisierung des Begriffs der kognitiven Aktivierung und seinen Zusammenhängen etwa zu Bildung, Lerntheorien oder Emotionen. Ein anderer Schwerpunkt lag in der Identifikation von Vorstellungen und Fachkonzepten der Schüler, deren Kenntnis eine wesentliche Voraussetzung sowohl zur Gestaltung kognitiv aktivierender Lernumgebungen als auch zur Konzeption von Curricula und Bildungsstandards ist. Ein dritter thematischer Block bestand in der Analyse des kognitiven Aktivierungspotenzials fachtypischer Unterrichtsmethoden- und -medien.